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Studie: Finanzielle Belastung der Mieter kaum verändert

Studie: Finanzielle Belastung der Mieter kaum verändert

Studie finanzielle Belastung Mieter

Nach einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln mit dem Titel „Wohnen – die neue soziale Frage“ ist die überwiegende Anzahl der Mieterhaushalte nicht von steigenden Mieten belastet.

Wie groß ist die finanzielle Belastung der Mieter in Deutschland wirklich? Die Wohnkosten wurden in der politischen Debatte häufig als „soziale Frage“ dargestellt. Allerdings ist es nach der Studie nicht richtig, dass Wohnen für immer mehr Menschen kaum noch bezahlbar ist.

Neuvermietungen sind teurer

Es treffe zwar zu, dass die Miete bei neu vereinbarten Verträgen insbesondere in den Großstädten steige. Der Preisunterschied bei Neuvertrags- und Bestandsmieten lag zwischen 2016 und 2018 durchschnittlich zwischen 14 Prozent. Allerdings gelte auch: Bis zum pandemiebedingten Einbruch durch Corona seien die Einkommen der Mieterhaushalte ebenfalls stark gestiegen. Genannt wird die Zahl von 4,3 Prozent in den sieben größten Städten in Deutschland. Das bedeute eine praktisch konstante Belastung mit den Wohnkosten im Verhältnis zum Einkommen über die Jahre.

Kleinere Wohnungen sind gefragt

Als Reaktion auf die steigenden Mieten würden sich Neumieter mit kleineren Wohnungen zufrieden geben. Wohnten Bestandsmieter 2018 auf 49,5 Quadratmetern pro Kopf, begnügten sich Mieter mit Neuverträgen mit durchschnittlich 45,6 Quadratmetern.

Wohngeld eher geeignet als Sozialwohnungen

Verlierer am Mietwohnungsmarkt könne durch das Instrument des Wohngelds gut geholfen werden. Es sei daher zu überlegen, ob jedenfalls in Großstädten der Kreis der Berechtigten nicht vergrößert werden solle. Sozialwohnungen dagegen wirkten oft nicht zielgerichtet, so dass der Bedarf der Mieter regelmäßig überprüft werden müsste.

Ausreichend Bauland wichtig

Die Studie stellt heraus, dass der Immobilienmarkt auch ohne politische Intervention Wohnungen für niedrige Einkommen unter der Voraussetzung der Ausweisung genügenden Baulands schaffen würde. Solange nicht ausreichend Flächen zur Verfügung stünden, würde eher das gebaut, was höheren Gewinn bringe.

Auswirkungen von Corona

In Folge der COVID-19-Pandemie werde diese Problematik allerdings etwas an Bedeutung verlieren. Es sei damit zu rechnen, dass die Zuwanderung aus dem Ausland nachlasse und dann die Wichtigkeit der Nähe von Wohnort und Arbeitsort nachlasse.

Den Volltext der Studie finden Sie hier.

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